Johanniskraut – Hypericum perforatum

Die (Innen) Sonne für uns Menschen auch im Herbst und Winter!

 

Woher der Name?

Da die Sommersonnenwendzeit (21.Juni), die Hochblütezeit des Johanniskrauts mit der Christianisierung Johannis dem Täufer geweiht wurde (Johannistag am 24. Juni), bekam diese lichtvolle Heilpflanze seinen Namen.

 

Die Bezeichnung hypericum (griechisch) bedeutet „über – hyper- dem Bild – eikon -. Das meint, dass die se Pflanze die Kraft hat, unsere Psyche über die dunklen Bilder der (Winter)depression und der Angst zu erheben. Das lateinische Wort perforatum bedeutet durchlöchert. Hält man nämlich die  gelben frischen Blüten der Sonne entgegen, dann sehen wir viele kleine rote Tupfen, die die Blütenblätter überziehen. Diese Tupfen entstehen durch den Farbstoff Hypericin, der den Ölauszug blutrot färbt.

Noch ein Wort mehr zur „Winterdepression“. Die physiologische Zeit der Besinnung und des Rückzuges beginnt im Herbst. Die Aktivitäten werden nach Innen verlagert, im wahrsten Sinne des Wortes. Im Chinesischen steht das Metallelement für den Herbst. Seine besondere Qualität ist das Loslassen von Dingen, die uns einst hilfreich waren und die wir jetzt nicht mehr benötigen für unsere Entwicklung. Das kann alles Mögliche sein, wie Gewohnheiten, Süchte, Gegenstände, Beziehungen. Mit dieser Vorbereitung gehen wir in den Winter, das Wasserelement und prüfen in der Stille der nährenden Dunkelheit, was in der Dynamik des Frühlings im nächsten Jahr erblühen soll in unserem inneren (und äußeren) Garten. Dieses Innehalten ist in unserer Gesellschaft nicht besonders beliebt und häufig auch nicht anerkannt. Der ewige Frühling wird angestrebt. So kann uns das physiologische Loslassen, die Stille, die innere Einkehr, in der sich alles zeigen darf, erschrecken oder verängstigen. Wir haben sie vielleicht noch nicht als normale zyklische Reinigungskur kennengelernt, so dass wir sie unter Umständen als krankhaft oder eben als Depression missdeuten.

Das Johanniskraut unterstützt uns mit seiner sonnigen, bewegenden Kraft, diese wichtigen persönlichen Prozesse, vielleicht sogar freudvoll und voller herzlicher Neugier für uns selbst, zu durchschreiten.

 Wie wird es eingesetzt?

Öl:

  • Rheuma, Muskel-, Nervenschmerzen (z.B. Gürtelrose), Gelenksentzündungen, Hexenschuß
  • Geburtshilfe: Vorbeugung von Dammrissen oder nach dem Einriß zur Narbenpflege
  • Migräne (leicht einmassieren)
  • Ohrenschmerzen (auf Watte träufeln)
  • Wundbehandlung (auch Dekubitus)
  • Notmedikament bei Verbrennungen aller Art

Tee u.a. Darreichungsformen:

  • Depressionen, Verstimmungen
  • Da in der Naturheilkunde immer das Prinzip von außen und von innen für die Heilung zur Anwendung kommt, wird der Tee auch begleitend mit anderen Kräutern gemischt für die Gebiete der Ölanwendungen genutzt.

weitere Heileigenschaften:

  • antiviral, wurmtreibend, blutbildend, angstlösend

Für alle Interessierten an der chinesischen Medizin:

  • Leber Blut Mangel
  • Emporloderndes Leberfeuer mit aufsteigendem Leberyang, senkt inneren Wind, beruhigt die Hun Seele
  • Bewegt das Qi der Leber
  • Stärkt das Qi von Milz inkl. ihrer Hebefunktion, Bauchspeicheldrüse, Magen und bewegt es
  • Tonisiert das Herz Qi, beruhigt den Shen (Geist)
  • Stärkt das Nieren Qi
  • Leitet Feuchtigkeit und kalten Schleim aus
  • Tonisiert und wärmt die Lunge

Botschaft der Pflanze:
Johanniskraut bringt das Licht zum Menschen zurück und damit das Lachen, Kreativität und Aufgeschlossenheit für die sekündlichen Veränderungen unseres Lebens. Es stützt unsere Nervenkräfte, hebt die Lebensenergie, nährt also Körper, Seele und Geist auch in der dunkleren Jahreszeit, die uns bei der ruhigen Innenschau unterstützen möchte.

Besonderheiten
Bei sehr empfindlichen Menschen kann das Hypericin eine photosensibilisierende Wirkung haben. Es kann dann bei besonders intensiver Sonneneinstrahlung zu Pigmentveränderungen kommen.
Bei sehr hoher Dosierung von Johanniskraut – Fertigpräparaten kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen. Bitte den Arzt vorher dazu befragen.

Dieses Wissen entspringt der alten Naturheilkunde, die in verschiedenen Büchern gesammelt wurde wie z.B.:

Lexikon der Frauenkräuter; Madejski/ Kräuter für Körper und Seele; Stumpf; Wesen und Signatur der Heilpflanzen; Kalbermatten/ Gesundheit durch Heilkräuter; Willfort/
TCM mit westlichen Heilpflanzen; Friedrich…/
Ausbildungsunterlagen: Westliche Kräuter nach chinesischer Diagnose Dr. Eva Moosheim Heinrich und unserer eigenen lebendigen Erfahrung.

Herzliche Grüße
Birte Böhnisch – Kräuterfrau, Kurs- und Seminarleiterin - www.habondia.de
&
Cara Rasmuß – Heilpraktikerin auf dem habondia – Hof und in Berlin Pankow, Autorin - www.rasmussverlag.com